Der Schweriner See ist mit rund 62 qkm der drittgrößte innerdeutsche See und unterteilt sich in den stadtnahen Innen- und den ländlicheren Außensee, die an der Landenge "Paulsdamm" mit einer Brückendurchfahrt voneinander getrennt werden.
Am Westufer, werden die beiden Seen auch über den Ziegelsee miteinander verbunden, was ebenfalls jeweils die Unterfahrung einer unbeweglichen Brücke erfordert.
Am Ziegelsee befindet sich das "Kaminstudio Fischer", welches gleichzeitig das "Sportbootzentrum Ziegelsee" unterhält und sehr gute Einsatzmöglichkeiten bietet.
Man findet von hier schnell den Zugang zum Schweriner Innensee. Der Ziegelsee ist also nicht mit stehendem Mast erreichbar, obgleich schon durchaus zum Segeln geeignet. Allerdings ist er durch seine Bypass-Funktion auch stark von Motorbooten frequentiert. Im nördlichen Bereich finden sich bei Frankenhorst noch schutzbietende Inseln und Buchten, die ein zur Fahrrinne und Hauptroute abgeschirmtes Ankern ermöglichen.
Steuerbords vom Kaminstudio erreicht man nach einem kleinen Kanalstück und einer Brückendurchfahrt über den (recht kleinen) Heidensee den Zugang zum Schweriner Innensee.
Unmittelbar an der Kanalausfahrt kann man am Seefischereibetrieb anlegen und sich mit leckerem Fisch versorgen.
Ein Stück dem Westufer folgend öffnet sich die Bucht zur Innenstadt; gleich steuerbords gelangt man in den Stadthafen. Hier, direkt geradeaus, darf man an der Kaimauer für 4h kostenlos festmachen. Da der LIDL-Markt nur einmal quer über die Straße und den angrenzenden Parkplatz liegt (400m Fußweg), bietet sich damit die ideale Möglichkeit zur Versorgung. Direkt an der Anlegestelle befindet sich auch das italienische Restaurant "Casa Grande".
Der Schweriner See hat tückische und steinige Untiefen, die mit Einzeltonnen oder dem Kardinalsystem gesichert sind. Außerhalb der betonnten Fahrrinne (die auch von Ufer zu Ufer gehen kann) ist große Vorsicht geboten.
Sehr gut ankert man an der Insel Kaninchenwerder, wobei ein zunächst verwirrendes System von Sperrtonnen zu begreifen ist: Gelegentlich finden sich zwei weitere gelbe Tonnen direkt am Ufer.
Zwischen den jeweils gedachten Linien von einer solchen gelben Ufer-Tonne zu ihrem weiter draußen liegenden Sperr-Pendant ist das Ankern erlaubt. Außerhalb dieses (intensiv überwachten) Bereiches warten empfindliche Strafen auf den Wasserwanderer...
Ein Besuch der Weltkulturerbestätten wie dem Dom und dem Schloss mit seinen Gärten, ist unbedingt zu empfehlen. Anlanden kann man dazu im Stadthafen (oder man fragt freundlich an der Gaststätte "Seglerheim").
Bei guten Windverhältnissen kann man in 30 min an das nördliche Ende des Innensees gelangen, wo eine Brücke die beide Seen trennt. Hier gibt es auch einen kleinen Hafen.Ein Imbiss am Wasser lädt genauso ein wie das feine Restaurant "Seewarte".
Der Außensee ist mit 14 km Länge und bis zu 6 km Breite der größere Teil des Schweriner Sees und ein rechtes Segel-Eldorado: Neben der großen Fläche ist er auch wesentlich geringer frequentiert, was die Belästigung durch Motorenlärm und Wellenschlag erheblich senkt.
Die Insel Lieps im Norden des Sees ist zwar nicht zu betreten, bietet aber immer irgendwo einen Windschatten zum Ankern. Sperrbojen sind hier nicht zu finden. Nördlich der Insel verjüngt sich der See auf natürliche Weise und bildet eine letzte größere Bucht, an dessen Ende die Gemeinde Hohen Viecheln liegt.
Vor der letzten roten Tonne kann man am Steg der "Fischerei Prignitz" anlegen und in biergartenähnlicher Atmosphäre heimische Fischspezialitäten genießen.
Die offene Dorfkirche überrascht total und lohnt unbedingt eine Besichtigung.
Am Westufer des Außensees, ist auf dem hohen Ufer Schloss Wiligrad zu sehen. Leider ist diese Attraktion (mit hervorragendem Café) nicht vom See aus erreichbar.
Fazit:
Der Schweriner See ist ein wunderschönes Segelrevier für die Fam.
Wer eher Attraktionen, Gastronomie und (Welt)Kultur sucht, findet mit dem Innensee eine echte Erfüllung; wer sich vermehrt dem reinen Segelspaß und der Natur zuwenden mag, nutzt den Außensee.
Der Autor beantwortet gerne Fragen:
Gernot Hildebrand, Skipper der eXiL
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Stand 09/2026